Bericht von der Web Summit 2017 in Lissabon

Ein Beitrag von Yacine Azzouz um 21.11.2017 10:45:03
Yacine Azzouz

Unser Head of Digital hat für iundf und seine Kunden den Web Summit in Lissabon besucht, wo sich einmal mehr die das Who is Who der Digitalwelt sich die Klinke in die Hand gab. Kein Wunder also, dass mit über 60'000 Eintritten ein neuer Besucherrekord aufgestellt wurde.

Mehr als 1000 Referenten hatten sich angekündigt. Unter ihnen auch UN-Generalsekretär António Guterres, die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, der französische Ex-Präsident François Hollande und der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore.

Neben dem Networking stand die Convention unter dem recht allgemein gehaltenen Thema, wie die Computertechnologie sich auf die Gesellschaft auswirkt – und damit natürlich auch unsere Branche bewegt.

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Eine nicht ganz neue Erkenntnis ist sicher, dass sich die Werbebudgets weiter in Richtung digitale Kanälen verschieben. Was es aber im selben Atemzug zu erwähnen gilt, ist dass «über 99% dieses digitalen Wachstums bei Google und Facebook landen» (George Slefo, Ad Age). Es wird also unabdingbar, die oft stiefmütterlich behandelten Sozialen Medien im Speziellen und die digitalen Kanäle generell aufzuwerten. Dies bedeutet auch, dass es bei den Budgetallokation zu einem Shift kommen wird: von der gängigen Faustregel 80% Media / 20% Produktion wird man wegkommen müssen und auf einen 50-50-Split hinbewegen (PJ Pareira, Pareira & O'Dell), um – gerade auch auf Facebook – das Zielpublikum mit relevantem und wertigem Content erreichen zu können. Video ist dabei die Form, die alles dominieren wird. Dies bedeutet, dass bei der Produktion immer mit entsprechend höheren Kosten kalkuliert werden muss. So wie wir früher den ganzen Tag alles Mögliche gelesen haben, werden wir in Zukunft rund um die Uhr Bewegtbild auf allen möglichen Kanälen konsumieren. Diese neue Art der Mediennutzung wird sich auch auf die Aussteuerung der Werbemittel auswirken. Schlechte Werbung wird es nicht nur noch schwerer haben aufzufallen, sondern überhaupt ausgeliefert zu werden.

Brian Halligan (HubSpot) geht sogar so weit, dass er bezahlte Reichweite generell in Frage stellt und nur noch an organische Reichweite glaubt. Ganz uneigennützig ist diese Einschätzung natürlich nicht, da genau auf dieser Annahme HubSpots Geschäft beruht. Dass umgekehrt Branchenriese Facebook eine solche Entwicklung einfach hinnehmen würde, bleibt zu bezweifeln, da es der Todesstoss des aktuellen Businessmodels wäre. Auch denkbar jedoch, dass sich Facebook wieder neu erfindet und sich einer solchen veränderten Situation anpasst und zu seinen Gunsten nutzt.

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Ein weiteres grosses Thema werden in Zukunft Bots sein, so Neil Waller (Whalar). Bei dieser Entwicklung befinden wir erst ganz am Anfang und die Möglichkeiten sind noch schier unerschöpflich. Bereits heute macht die AI gewaltige Fortschritte und lassen erahnen wohin die Reise geht: automatisierte, digitale Kundenberatung wird im grossen Stil die bestehenden Callcenter überflüssig machen.

Als Agentur gilt es, sich diesen neuen Herausforderungen zu stellen und am digitalen Wandel nicht nur zu partizipieren, sondern mitzugestalten. Wir sind bereit.

Topics: Social Media, Marketing, Facebook, HubSpot, Web